Verkaufst Du schon oder baust Du noch? Homepage aus dem Baukasten

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(Foto: Daniel Bleyenberg / pixelio.de)

Anbieter für Do-it-Yourself-Baukastensysteme zur Erstellung einer Homepage ohne Programmierkenntnisse gibt es wie Sand am Meer im Internet. Für Privatpersonen, die lediglich ihre Urlaubsfotos oder ähnliches online stellen möchten, sind diese meist ausreichend. Unternehmen dagegen sollten die Finger von solchen Do-it-yourself-Homepages lassen!

  • Einfach und schnell zu erstellen
  • Unkompliziert, keine Programmierkenntnisse erforderlich
  • Suchmaschinenoptimiert
  • Unglaublich günstig für ca. 10 Euro pro Monat und manchmal auch sogar ganz kostenlos (wen stört schon das bisschen eingeblendete Werbung drumherum?)

Die Betreiber solcher „schnell-und-günstig-Homepage-Baukästen“ versprechen viel und gerade junge Selbständige lassen sich davon gerne locken, ist das Budget doch anfangs meist recht knapp.

Wozu aber brauche ich als Unternehmer überhaupt eine Website?

Die Zeiten haben sich gewandelt. Heute werden nicht mehr erst die „Gelben Seiten“ oder das Telefonbuch nach einem Handwerker oder Arzt durchsucht, sondern Handy oder Computer lassen einen schnell an die nötigen Infos per Internet gelangen. Mit einer Website schafft ein Unternehmen quasi ein 24-Stunden-geöffnetes-Fenster für seine Kunden und es sollte daher nicht einfach nur im Web vertreten sein, sondern sich bewusst machen, dass es mit seinem Internetauftritt den ersten Eindruck bei einem potentiellen Kunden hinterlässt.

Man findet es immer wieder: Langweiliges, unpassendes Design, möglichst noch ein Hinweis „erstellt mit xy-Website-Baukasten“ und dann sieht die Arztseite auch noch so ähnlich aus wie die des Handwerkers von letzter Woche …. Ein möglicher Auftraggeber wird sich seinen Teil denken, professionell wirken solche Unternehmensseiten nicht.

Hin und wieder begegnen einem auch bei diesen Baukasten-Websites Unterschiede, das will ich gar nicht bestreiten. Aber dann stecken auch garantiert wesentlich mehr Arbeit, Zeit, Schweiß und auch Geld in dieser Do-it-yourself-Website, als die Anbieter einem Glauben machen.

Besonders interessant findet manch Homepage-Bastler die gänzlich kostenlosen Angebote der Baukasten-Betreiber. Will man aber dafür wirklich Werbung auf seiner Website dulden? Je nachdem, was der Betrachter vorher im Internet gesucht hat (ja, das Internet merkt sich, was ich irgendwann mal gesucht habe!), werden von Schreibtischen, über Uhren bis hin zur Unterwäsche Werbeanzeigen rund um meinen schönen Inhalt herum eingeblendet. Kein guter Auftritt einer seriösen Firma.

Kommen wir zur Suchmaschinenoptimierung eines solchen Baukastens. Was nutzt mir eine Website, wenn sie im Internet gar nicht gefunden wird? Wer sich im Baukastensystem die eigene Homepage zusammenbastelt, hat in den seltensten Fällen Ahnung von der Suchmaschinenoptimierung (SEO).

Auch hier werben Anbieter damit, dass ihr Baukasten ja suchmaschinenoptimiert ist und so die damit erstellte Website auch fix in Google gefunden wird.

Zum einen sei gesagt, inwieweit das sogenannte „Ranking“ in Google beeinflusst werden kann, ist immer wieder strittig. Bis zu einem gewissen Grad ist es beeinflussbar und ich verspreche Ihnen, Websites, die jahrelang unberührt – da ja einmal erstellt und damit irrtümlich „fertig“ – im Netz vor sich hindümpeln, werden garantiert nicht auf den ersten Seiten eines Google-Suchergebnisses auftauchen.

Mit Sicherheit werden aber auch nicht „ganz fix“ die Websites der Do-it-yourself-Baukästen dort auftauchen, denn die wenigen Einstellungen, die ein solches System an „Optimierungsmöglichkeiten“ bietet, reichen dafür nicht aus. Suchmaschinenoptimierung bedeutet ständige Arbeit an einer Website, Aktualisierung, sie muss schnell genug laden (allein dieser Punkt ist schon ein Problem bei manchem Baukasten-Hoster) und und und. Die Liste ließe sich um Vieles verlängern, auf keinen Fall reicht es aber, der Website einen Titel zu geben und ein paar Keywords zu hinterlegen.

Eine professionell programmierte und gestaltete Website kann anschließend ebenso gut, sogar komfortabler, selbst durch den Inhaber gepflegt werden, ganz so, wie es sich dieser von einem Baukastensystem erhofft. Trifft die Wahl ein Content-Management-System (z.B. WordPress) erhält das Unternehmen eine einfach zu pflegende Website und muss nicht einmal Programmierkenntnisse mitbringen. Außerdem sind diese Systeme sehr flexibel und können an die jeweiligen Unternehmensbedürfnisse angepasst werden.

Gutes Webdesign kostet Geld, auch das ist unbestritten. Aber gerade Unternehmen sollten sich überlegen, wo sie ihre Prioritäten setzen. Vor der ersten Kontaktaufnahme schauen viele Kunden zuerst im Internet nach dem Firmenauftritt. Dieser sollte auf ein Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens abzielen und sich professionell von anderen Websites abheben. Die Chance für den ersten Eindruck erhält man oft kein zweites Mal. Baukasten vs. professionelles Webdesign, eine Entscheidung, die überlegt getroffen werden sollte.